Kein Lappen aber miniBock

In der neunten Klasse wurde uns angeboten den Mofaführerschein zu machen, da dieses zu Unterrichtsausfall führen sollte, wurde das Angebot von uns allen einstimmig dankend angenommen. Auf einem Verkehrsübungsplatz in Bielefeld lernte ich also das führen von motorisierten Zweirädern bis 25ccm bis 25km/h bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit.
Anders als die (alle) anderen in meiner Schule mit 2000 Schülern hab ich es durchgezogen und mir eine Piaggio Vespa Ciao gekauft. Diese hab ich dann sogar von März 1998 bis März 2001 gefahren, als nahezu einziger meiner Altersklasse. Meine 4000 zurückgelegten Kilometer (bei 30km/h sind das 133 Stunden fahren) haben jedenfalls nach was schnellerem und größeren geschrieen. Den Motorradführerschein hab ich dann drei Monate und vier Tage nach dem Autoführerschein erhalten, sprich am 27.06.2001.
Da der Pegel im Portemonnaie von wechselnden mehrspurigen Fahrzeugen, deren Reparaturkosten und Kraftstoffkosten ganz unten gehalten wurde, wurde der Wunsch nach einem Motorrad der Sprichwörtliche Vater des Gedanken und sollte es zunächst für lange Zeit bleiben. Das Mofa versauert bis heute hinterm Haus, dürfte längst nicht mehr fahrbereit sein und Rost angesetzt haben wie Schwein. Schade.

Lappen aber gar kein Bock

Meinen Motorradführerschein habe ich auf einer Yamaha XV535 Virago gemacht. Da dies das einzige Motorrad war das ich je gefahren war suchte ich zunächst nach etwas ähnlichem. Da ich die ersten zwei Jahre der Leistungsbeschränkung unterlag liebäugelte ich mit der Suzuki LS650 Savage/Pathfinder. Sie bietet 31 Blubbe-PS aus einem einzigen 650ccm Zylinder. Nichts falsches dran würd' man sagen wenn man mich kennt. Nichts falsches dran würd' man sagen wenn man die LS650 kennt. Wer jedoch mich und die LS kennt merkt hingegen sofort, was ich nicht sofort merkte, die LS ist ein winziger Soft-Chopper und ich messe gestandene 1,95m. Es sähe also nicht anders aus als wäre ich mein Mofa Vespa Ciao mit einem 650ccm Motor weitergefahren. So wurde der Gedanke an die LS verworfen.
Ich studierte also weiter Schermers Motorradkatalog und stellte Fest, dass ich für die meisten Maschinen zu groß bin. Chopper brauchen vorverlegte Fußrasten (LS650), Sportmaschinen brauchen ein vorverlegtes Visier (Ninja), sonst stoß' ich mit dem Helm dran und bei Tourern hört die Knie-Einbuchtung im Tank meist da auf wo mein Knie anfängt (NTV650 Revere).
Heute kenn' ich den 2000er Motorradkatalog fast auswendig und die meisten Modelle daraus sind sogar gebraucht schon erschwinglich.

Lappen und endlich ein echter Bock

Nachdem ich nun endlich einen vierrädrigen Untersatz mal länger als ein Jahr fahren konnte, war gleich auch wieder Sparen dran. Der Pegel meines Portemonnaies hatte sich ausreichend erholt um den Gedanken an ein Motorrad nicht mehr als völlig abwegig anzusehen. Auf der Suche nach einem schönen, großen, kilometerfressenden, anfängergeeigneten, nicht leistungsbeschränkten und reisefähigen Motorrad empfahl mir mein Onkel Torsten die Transalp.
Ich wusste zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht was für ein Motorradfahrer ich bin, ich suchte einfach nach einer unzerstörbaren Maschine, und die hatte ich wohl in der TA gefunden. Außerdem hatte sie den von mir geforderten Schmutzabweiser direkt überm Rad, also nicht den für Enduros üblichen Schnabel.
Nach einigen Wochen der Recherche stand fest, dass es wohl kein vergleichbares Motorrad für derart kleines Geld gibt. Nur Tage später war also bei Autoscout das richtige Mopped gefunden. Die Besichtigung verlief positiv, Mexi (so ihr Name) wurde erstanden.

erstes Treffen mit Mexi

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.


Mexi im Winterschlaf

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.