Vorher

Schon Anfang November, kurz nachdem die Anmeldung überhaupt möglich war meldete ich mich schon an zum Wintertreffen der Transalp-Freunde Deutschland e.V.. Dieses sollte vom 03-05.02.06 in Köln stattfinden. Wohnen sollten wir in der örtlichen Jugendherberge und erleben sollten wir ausnahmsweise mal nicht das Motorrad sondern stattdessen das Gruppengefühl der Transalpfreunde.
Für zwei Tage braucht man kein Gepäck, aufgrund der angekündigten Stadtrallye und der Stadtführung nahm ich aber doch einige Dinge mit, derer man sich nach einer langen Wanderung gerne entledigen möchte. Außerdem musste noch Lernstoff mit für die Bahnfahrt und die Kamera um das Treffen zu dokumentieren.
Die Anfahrt gestaltete sich denkbar unspektakulär, rein in die Bahn - warten - raus aus der Bahn. Hier schieden sich dann allerdings die Geister. Der Bahnhof Köln-Deutz hat mehrere Ausgänge und nicht wenige haben es geschafft den Bahnhof Richtung Norden zu verlassen und mussten so eine längere Suche in Kauf nehmen. Hätten sie den Südausgang genommen, wie die meisten, dann hätten sie staunend direkt vor dem Neubau der Jugendherberge Köln-Deutz gestanden. Etwas näher an der Jugendherberge dreht man sich um und staunte über das schöne Bahnhofsgebäude des Bahnhofs Köln-Deutz.


Jugendherberge Der Neubau der Jugendherberge Köln-Deutz.

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Die Ankunft

An der Rezeption fragte ich wo denn die Transalpfreunde seien, nach kurzer Ratlosigkeit hörte ich dann, "Ach, die Motorradleute, die sind in der Disko"... Ok, bin ich eben zur Jugendherbergsdisko gegangen. Dort standen dann auch schon einige Früheingetroffene parat und ich wurde herzlich begrüßt. Nachdem ich meinen Schlüssel hatte und kurz eingewiesen wurde in die Funktionsweise des, gelegentlich nicht funktionierenden Fahrstuhls, konnte ich dann auf mein Zimmer gehen und die Winterklamotte ablegen. Nach einer erneuten Stippvisite in der Disko und der Begrüßung neu eingetroffener Teilnehmer ging ich dann mit einigen Anderen zum Abendessen über. Die Jugendherbergsküche erinnerte mich stark an die Mensa in der Universität Dortmund, sprich: "Kann man essen". Interessanter als das Essen war jedoch die Situation in der die Sattgewordenen sitzen blieben solange Neue sich dazusetzten die gerade erst gekommen waren. So wurde die Gruppe immer größer obwohl die meisten ihr Tablett schon weggestellt hatten. Dieter hat übrigens nicht aufgegessen und trägt somit die volle Schuld am kalten Wetter des "Tourtages".
Nach dem Essen kehrten wir im Grunde geschlossen wieder in die Disko zurück, wo sich die allermeisten dem Plan entzogen und statt über Benzin vielmehr über alltägliches und Geschehnisse rund um die obere Hälfte des Motorrades sprachen. In meinem Fall waren das interessante Gespräche über Fotografie mit Leuten die in dem Bereich sicher alle mehr Erfahrung haben als ich.
Um 21:00h wurden dann einmal kurz um Ruhe gebeten damit Claudia uns alle über den nächsten Tag informieren konnte. Beim Einchecken haben wir Zettel mit einer Gruppenzuordnung gelost, diese Gruppen sollten dann am Samstag ab 10:00h im 10-Minuten Takt zur Stadtrallye starten. Um 16h treffe man sich dann an der Kreuzblume wo dann in zwei Gruppen zur Stadtführung gestartet würde. Im Anschluss würde dann in ein Brauhaus eingekehrt in dem dann auch für die meisten das Abendessen stattfinden sollte. Noch ein wenig organisatorisches folgte, dann konnten sich die kleinen wechselnden Gesprächsrunden wieder finden und weiter dem Genuss von Cola, Fanta, Vulkanius Mineralwasser, Weinchen, Bitburger Pils und natürlich Sion Kölsch frönen. Nicht zu unterschätzen war aber auch die Anziehungskraft der "Pille für den Mann", der Kicker wurde also des Öfteren in Gang gesetzt.
Insgesamt sollte dieser erste Abend jedoch nicht allzu lang gehen, da einige ja eine lange Anreise hinter sich hatten und der nächste Tag mit einem Frühstück zwischen 07:00h und 09:00h beginnen sollte.


Orga Der Ablauf für den "Tourtag" wird erklärt.

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Die Stadtrallye am "Tourtag"

Besagtes Frühstück war Jugendherbergstypisch einfach aber üppig. Mit der großen Gruppe verteilten wir uns auf mehrere Tische wodurch wieder einmal neue Bekanntschaften entstanden.
Der Rallyestartschuss wurde in der Herbergsdisko geschossen. Wir bekamen einige Bögen mit einem "Roadbook" durch Köln, und Fragen die es an den Wegpunkten zu klären galt. Sogleich machten wir uns auf, die ersten Fragen zu klären und die Rallye zu beginnen. Über die Hohenzollern Brücke irrten wir also als "Gruppe 1" oder "De Suffköpp" durch die Altstadt und versuchten Informationstafeln, Gravuren und im Grunde die gesamte Kölner Geschichte zu ergründen um die Fragen zu beantworten. Außerdem mussten wir mit aller Regelmäßigkeit Kölner ansprechen um Fragen zu klären die nur der gemeine Kölner beantworten kann. Jekken zum Beispiel. Eine Möglichkeit Zusatzpunkte zu Angeln stellte das Sammeln von verschiedenen Bierdeckeln dar. Dieser Aspekt, gepaart mit der enormen Kälte trieb uns des Öfteren in die großen und kleinen Brauhäuser wo wir mindestens ein und maximal drei Kölsch einnahmen um uns den weiteren Weg zu erleichtern. Den Ursprung der sprichwörtlichen Offenheit und Wärme der Kölner haben wir auf diese Weise prompt auch gefunden. Spaß und Vielfalt der Stadtrallye kann man am besten an den Fotos sehen, zu den Fragen möchte ich hier nichts schreiben, damit die Rallye spannend bleibt wenn sie mal wieder durchgeführt wird. Ich kann aber behaupten, dass die detektivische Jagd nach Antworten auf abstruse Fragen nicht nur uns sondern auch den Passanten um uns viel Freude bereitet hat.
Anfangs kamen wir sehr gut voran und klärten eine Frage nach der anderen, dieses bewog uns immer häufiger in Brauhäuser einzukehren und bei einer Gelegenheit auch einen Kinderteller zu bestellen. Danach scheint uns der Schlendrian getroffen zu haben da die letzten Fragen sich als erstaunlich hartnäckig herausstellten. Nur zwei Minuten vor Abgabetermin waren wir dann endlich am Zielort und konnten noch in aller Eile den Zusatzfragebogen ausfüllen.
Da im Zielort, dem Früh-Brauhaus keine Sitzplätze mehr frei waren begaben wir uns in das Gewühl der Neustadt um diese nicht komplett zu verpassen. Stellten aber bald fest, das auch hier die Zeit knapp war und wir uns aufmachen mussten zum Startpunkt der Stadtführung, also der Kreuzblume vor dem Kölner Dom.


Tünnes und Scheel Ein paar echte Kölner haben wir da getroffen.

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Die Stadtführung am "Tourtag"

Hier erwarteten uns einige Guides die uns in den kommenden Stunden tiefere Einblicke in die Geschichten vieler der Sehenswürdigkeiten gaben, die wir während der Rallye zwar bestaunen aber längst nicht verstehen konnten. Einzig den Humor von Tünnes und Scheel hat unser Guide vermieden uns nahe zu legen. Er muss damit wohl schon häufiger gescheitert sein. Täätäääää.
Während unserer "Guided Tour" kehrten wir zudem in einem der traditionellen Brauhäuser, nämlich dem Sion Brauhaus ein, hier genehmigten wir uns erneut ein oder zwei Kölsch um den Pegel zu halten und wieder erwärmt weiter der Tour folgen zu können. Auch von der Guided Tour möchte ich hier aber nicht zu viele Details erwähnen, da sich die echte Überraschung nur dann einstellt wenn man zu einem Turm sehr weit oben oder in ein Loch sehr tief unten starrt während man die passende Geschichte dazu hört. Teilnehmer wissen aber welcher Turm nun wirklich 7cm höher ist.
Den Abschluss der Guided Tour bildete die Einkehr in das Brauhaus Malzmühle, hier bekamen wir noch eine letzte Einweisung in die Geschichte des Brauhauses bevor wir dann mit einem lachenden Auge angesichts der nahenden Erlösung von der mittlerweile klirrenden Kälte und einem weinenden Auge angesichts der Tatsache, dass damit die "Tour" durch Köln beendet sein sollte, ins Brauhaus eintraten.


Guided Tour Am Platz vonnen Funkenmariechen.

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Der Abend am "Tourtag"

Eine kleine Besonderheit der Malzmühle erwartete uns direkt am Eingang. Gleich hinter der Holzdrehtür bildete sich ein Stau, was natürlich die draußen stehenden nicht sahen, sie alle preschten also nach, was drinnen zu einer kuscheligen, wenngleich wackligen Angelegenheit wurde. Bald darauf hatten wir aber unsere reservierten Plätze eingenommen und die erste Lage Kölsch und die Karte bestellt.
Kaum stand das Kölsch vor uns hörte ich schon von der Seite die Worte "Herr Wirt, können wir aus dem Glas mal die Luft rauslassen?". Damit war die feucht fröhliche Runde eingeläutet. Eine Lage nach der anderen, sogar während des Essens führte dazu, dass sich schon bald die Reihen lichteten. Allerdings, so wurde verkündet, würde die Herbergsdisko doch noch aufgeschlossen, so zogen die meisten direkt um, nur ein kleiner Tross verblieb noch im Brauhaus und klärte die Rechnung mit dem Wirt. Mit genügend wärmendem Kölsch im Bauch und warmer Winterkleidung machten wir uns nach einer Weile dann auch auf den Weg in die Herberge, wo in der Disko noch einige Stunden des feucht fröhlichen Treibens angehängt wurden. Dieses mal kam die Musik auch aus den Boxen und nicht aus dem Ghettoblaster, so war sogar eine kleine Tanzeinlage möglich, allerdings mit Winterstiefeln und Suffkopp. Meine Tanzpartnerin Kerstin hingegen tanzte erste Sahne, mal sehen wann sich wieder die Gelegenheit bietet.
Als letzte verließen wir dann die Disko um 01:30h am Sonntagmorgen um am selben Sonntagmorgen um 07:30h wieder von den Toten aufzuerstehen.


Sieger Die Sieger der Stadtrallye mit ihren Köln T-Shirts.

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Die Abreise

Das Frühstück am Sonntag kam einem kleinen Katerfrühstück gleich, ich weiß nicht wer das sonst noch so empfunden oder bei mir bemerkt hat. Ausfallerscheinungen waren offensichtlich ;). Bis auf einige Wenige die schon früh das Haus verlassen hatten fanden sich gegen 09:20h dann viele in der Herbergsdisko ein um die große Abschiedsszenerie durchzuführen. Erstaunlicherweise wurde nicht der aktuelle Abschied, sondern vielmehr das baldige Wiedersehen, kommende Treffen, gemeinsame Rückfahrten und künftige Touren in den Mittelpunkt gestellt. Und so verblieb die Truppe damit sich bald wieder zu sehen. Der "Harte Kern" und sicher auch einige andere werden sich spätestens beim Ostertreffen in Zeven-Bademühlen wieder sehen, so blieb also die positive Gedanke tragend für die ganze Szenerie.
Die Rückfahrt der Ruhries und Westies begann gemeinsam am Köln-Deutzer Bahnhof (der schöne mit der Kuppel), trennte sich aber schon am Gleis, an dem die Westies gen Osten und die Ruhries gen Norden in ihre Züge stiegen. In Duisburg trennte ich mich dann noch von den Ruhries und setzte meinen Weg nach Dortmund fort. Wo ich bis jetzt, wild schreibend, meinen Rausch ausschlafe.

Bleibt mir abschließend noch zu schreiben, dass es ein tolles Treffen war, kurzweilig und vieel zu kurz. Es hätte noch Tage so weiter gehen können. Liebes Köln/Bonn Stammtischteam, ihr wart klasse.


Abreise ohne Karre Das Motorradtreffen ohne Motorräder, ein paar PS haben wir aber noch gefunden.

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