Eckdaten

Wann: 12-13.11.05
Wo: Villa Löwenherz in Lauenförde
Anfahrt: Der Weg ist das Ziel 9.45h am P&R bei der A45 AS10 oder 10.30h in Lüdenscheid
Wer: fünf Alp- oder Twintreiber
Was: 1xÜ/HP mit Entenessen (Schlafsack und Kissen sind mitzubringen)


Diemelsee Eis und Kaffee wurden geboten

Fotos

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Bericht

Die Villa Löwenherz in Lauenförde hatte zum Enteessen aufgerufen und TJ hat den Ruf in die ATFS- und TAF-Riege weiter getragen. So kam es, dass sich, am 12.11.05, Manni, Martin, TJ und ich in Küntrop trafen zur Abfahrt ins Weserbergland.
Zunächst mussten aber noch die kleinen Abfahrtchecks durchgeführt werden, Reifendruck, Ölstand und Koffeinpegel wurden auf normal gebracht. Bevor wir abreisen wollten prüften wir noch die Wetterlage und entschieden uns nach süd-ost zu orientieren da das Wetter nach nord-ost ziehen sollte.
Die erste Etappe führte uns von Küntrop nach Winterberg, unterwegs wollten wir jedoch noch den einen oder anderen Wald durchqueren. Ich vermute, dass wir in der Nähe von Obersalwey waren als wir einige Minuten in einer Einfahrt standen und und absprachen wie die Tour weitergeht, danach fuhren wir ab, mussten aber eine Einfahrt in den Wald auslassen da dort der Bauer gerade auf dem Feld arbeitete. Die nächste Einfahrt sah viel versprechend aus und erwies sich als Volltreffer. Wunderbare Waldautobahnen, sandige und schlammige Passagen wie aus dem Bilderbuch. Nachdem wir uns Kreuzung für Kreuzung immer nach Osten orientiert hatten kamen wir an einer Stelle an an der es nicht weiter ging. Ein Bauzaun versperrte den Weg und wir nahmen an, dass ab hier wohl Privatgelände beginnt. TJ hingegen packte den Zaun beiseite und erklärte uns, dass es sich schlicht um eine Tannenschonung handle. Nach einer kleinen Pause fuhren wir also durch und siehe da, kurze Passage, zweiter Zaun und freie Bahn. Wir orientierten uns weiter nach Osten, unterwegs begegneten wir einer kleinen Gruppe Waldarbeiter, wir grüßten freundlich; sie zurück, erledigt. Als der Wald dann aufhörte und wir uns wieder einer Straße näherten stellten wir ungläubig fest, dass uns wohl nicht nach Osten sondern an PI orientiert hatten. Wir sind im Kreis gefahren und 50m _vor_ der Stelle wo wir reinfuhren wieder rausgekommen. Sei's drum.
Die Tour nach Winterberg konnte nun also auf Asphalt fortgesetzt werden, insbesondere, da Manni mit soviel Dreckfreude nicht gerechnet hatte. Kurz vor Winterberg setzte sich aber TJ wieder an die Spitze und fuhr uns von unten an die Übungsschanze von Winterberg heran. Er zeigte dann auf einen recht steilen, unbefestigten, teilweise schlammigen Weg und meinte "Da geht's rauf". Manni stöhnt. TJ fuhr vor, danach Manni, dann ich, zuletzt Martin. Als ich ums Eck kam sah ich nur TJ liegt bereits, Manni legt sich etwas höher gerade ab und Martin bricht hinter mir den Versuch ab. TJ ist links in eine Furche gefahren, Manni darauf hin ausgewichen in die linke und für mich war keine Spur mehr übrig. Martin und ich stellten uns am Fuß des Hangs ab und halfen eben den anderen hochzukommen, wenig später kamen dann auch Martin und ich hoch. Auf den letzten Metern zur St. Georgs-Schanze begegnete uns noch ein Geländewagenfahrer der so schien als wollte er uns böses, wir waren aber zu schnell für ihn.
Im Schanzencafé gönnten wir uns ein kleines Mahl und weiteren Kaffee, irgendwer hatte wohl auch ein kleines Pils. Und dann konnte es ja auch weitergehen.
Das nächste Ziel sollte der Diemelsee werden, mit flottem Tempo und kleinem Angstnippel wegen der nassen Straßen ging es los. Die letzten Meter vor dem Motorradtreff, in Sichtweite des Sees begannen einige unübersichtliche nasse, glitschige, enge Kurven die ich mir wohl noch mal ansehen werde, da kann man einiges lernen, die sind nicht ohne. Da bin ich wohl mehrfach eine falsche Linie gefahren.
Das große Moppedtreff lag komplett im Schatten, so entschied TJ, dass wir zu der kleinen Bude fahren wo es noch einige Sonnenplätze für uns gab. Wir bestellten zwei Kaffee und zwei Eis und sahen gegen die untergehende Sonne über den See. Schön.
Die letzte Etappe sollte dann wegen der fortgeschrittenen Stunde und der nun kleiner gewordenen Straßenkenntnis relativ direkt nach Lauenförde in die Villa gehen. Nach einem kurzen Pause zum Tanken für TJ und Rauchen für Manni begaben wir uns dann entgegen der guten Vorsätze wieder auf die Dorfstraßen. Wegen der schönen Gegend und der untergehenden Sonne wurde wenige Kilometer später noch eine kurze Pause zugunsten der Ästhetik gemacht. Martin fiel plötzlich ein was er den ganzen Tag schon probiert haben wollte, testen wie tief sich der Heidenau K60 eingräbt. Ergebnis: Innenseite Felge, das liegt im Mittelfeld zwischen Enduro 4 (Profiltief) und TKC80 (Radnabe) [Anbei, MT-21 (Gepäckträger)]. Bei der Weiterfahrt packte TJ, kurz vor Lauenförde, wieder das Waldwegfieber. Manni winkt ab und fährt seinem GPS hinterher, TJ, Martin und ich fahren über Feldwege an einen Wald heran. Hier zeigte sich uns wofür Reiseenduros stehen, da wär' ich nicht mal lang gelaufen, aber fahren ist immer drin. Der Weg machte im Grunde keine Gabelungen, nur eine Haarnadelabzweigung bot sich an, wir fuhren aber immer weiter geradeaus. Solange bis wir Hüfthoch im Wuchergras standen und das Gehirn Einhalt gebot. Nach einem kurzen Check 100m weiter den "Weg" entlang wurde klar, dass es dort nicht weiter ging. Also wurden die Karren gewendet und zurückgefahren. Die Haarnadel von eben war jetzt ein einfacher Abzweig und wurde genommen. Heraus kamen wir am Ende der angekündigten "schönen Serpentinen vor Lauenförde". Um nichts zu verpassen fuhren wir also noch mal hoch um wieder herunterfahren zu können. An der Villa angekommen standen dort bereits einige Motorräder, darüber hinaus aber auch viele Dosen, naja, egal, rein.
Marta teilte uns noch eben die Zimmernamen mit, Norwegen und das daneben waren es. Kaum die Zimmer bezogen und die Kombi von sich geworfen wurden zu viert die ersten Flaschen Wein alle gemacht. Ich lief dann auch noch los und holte noch eine aus dem Rewe. Als dann endlich der fünfte Mann im Boot, Willi auftauchte holte der auch noch eine Flasche raus. Da war ich nicht mehr sicher ob ich die Treppe runterkomme. Will führte sich ein indem er sich seiner Stiefel entledigte und seine Heizsohlen zum Vorschein kamen. Naja, wer's braucht. Nach dem Enteessen, dazu gab's übrigens klasse Rotkohl, Klöße und Frühkartoffeln, begann die Disko. Einige Kümmerlinge, Billardspiele und lautes Lachen später ging es dann für mich in die Heia. Auf dem Weg ins Bett kam mir TJ entgegen der seinen Abend nach einem kurzen Nickerchen nun beginnen wollte. Willi war dann wohl später noch mit einigen anderen in der örtlichen Russendisko. Daraufhin verteilte TJ morgens erstmal Vitamine und Magnesium. Soll ja keiner von der Maschine fallen.
Das Frühstück war ordentlich wie man es von Hotels gewohnt ist, nur die Kaffeetässchen waren etwas klein. Mein Tipp, nehmt euch 'ne vernünftige Tasse mit in die Villa. Noch während des Frühstücks machten sich Manni und Martin auf den Heimweg, sie hatten beide eilige Termine im Westsauerland und mussten noch vormittags eintreffen. Blieben also Willi, TJ und ich. Die Abreisevorbereitung wurde mit dem Frühstück begonnen, zog sich über die Abrechnung mit der Villa bis zum vorbereiten und starten der Maschinen. Nach dem Abschied von Marta und den umstehenden Gästen der Villa standen TJ und ich mit laufenden Motoren am Tor und warteten auf Willi der sich währenddessen fest gequasselt hatte und nicht loskam.
Das GPS auf den Köterberg programmiert fuhren TJ und ich Willi hinterher. So wären wir aber erst zum Mittag am Köterberg gewesen, deshalb erhöhte TJ das Tempo und ich schob ein wenig um das ganze zu beschleunigen. Bald fand dann aber die erste Trennung statt. Auf einem gerade Stück Landstraße überholten TJ und ich zwei Autos Willi zog aber nicht mit. Am Wegweiser zum Köterberg fuhr Willi dann den direkten Weg TJ und ich nahmen noch einige Kurven mit. Am Köterberghaus trafen wir uns wieder, Willi war völlig aus dem Häuschen 500m üNN. erreicht zu haben. Naja, die Rheinebene bei Viersen bietet eben sonst nicht so viel. Als wir dann aber herausfanden, dass seine Fahrleistung nur knapp über 1Mm lag mussten wir über den GPS-Einsatz doch schmunzeln. Ach was, laut lachen. Und es anderen erzählen. Das sind rund 50ct/km wow. Da machen die Spritpreise auch nichts mehr.
Die Rückfahrt wurde noch im Köterberghaus fertig geplant. Willi gab alles ins GPS ein und wir fuhren los. Bald konnten TJs und meine rechten Hände jedoch nicht mehr innehalten, als TJ das Signal zur Trennung der Tour geben wollte wurde er aber mehrfach von Willi abgedrängt und konnte so nicht überholen ohne beide von der Straße zu feuern. Damit war das gemeinsame Touring beendet.
[Lieber Willi, bitte achte in Zukunft darauf das du "Cappu-Tourer" bist. Bei aller liebe, mit der Brechstange geht unter Freunden nichts.]
Alles in allem eine klasse Tour, Hinfahrt und Abend haben sich gelohnt und auch auf der Rückfahrt hatten wir Spaß ohne Ende. Der behobene Misstand ist rückblickend auch eher Lehrreich gewesen.

Jungs, bis nächstes mal.

PS.: Wer mehr über Susanne wissen will muss schon fragen.


Am Hang Unter der St. Georg-Schanze in Winterberg nahmen wir einen steilen Fußweg unter die Räder