Freitag - die Anfahrt

Am Freitag um 14h trafen sich Michael, Thomas D aus D und ich an der Araltankstelle in Herbede um gen Luxemburg aufzubrechen. In Wuppertal sammelten wir Bernd ein und begaben uns auf nasse Tour. Es fällt schon schwer so eine Anfahrt zu geniessen wenn sie einem derart verregnet wird. Die schönen Landstraßen verließen wir bald zudem, um das Verkehrschaos um Köln zu umfahren und machten unsere erste Pause erst hinterm Rhein, wo es wieder trockener wurde. Von dort aus fuhren wir durch bis Hoffelt und erfreuten uns zwischenzeitlich an den verwirrenden Straßenschildern in Luxemburg. Die Marke war um 19h dort zu sein, da das Abendessen uns erwartete. So konnten wir nicht unbegrenzt Landstraßen nehmen und mussten auch mal auf die Autobahn. Nur auf welche?
Mit der Warnweste fuhr ich als letzter, doch meine Funktion als Lumpensammler wurde mir erst bewusst als vor mir ein Teil nur wenig langsamer über die Straße kullerte als die Gruppe vor mir fuhr. Messerscharf schloss ich, das Teil könnte von einem Motorrad sein. Ich musste einige Meter zurücklaufen doch dann hatte ich Thomas' Schalthebel schon gefunden. Wir hatten zwar genug Werkzeug dabei, jedoch hatte Thomas den Hebel mit der falschen Schraube befestigt, weswegen wir gleich zur gegenüberliegenden Volvo Nutzfahrzeugwerkstatt fuhren. Hier half man uns schnell und unkompliziert mit einer M8x25 Schraube sowie der nicht vorhandenen 8er Nuss aus um Thomas wieder fahrtüchtig zu machen. Selten bin ich bei so viel Regen Motorrad gefahren wie an diesem Tag.
Nichtsdestotrotz haben wir es geschafft und sind noch rechtzeitig angekommen. Wir wurden gleich herzlich begrüßt von den anderen Teilnehmern der Stammtische West und Köln/Bonn sowie der Herbergsleitung die in offenbar freundlichem Französisch zu erklären versuchte, dass es jetzt erstmal essen gebe.
Das Essen war mehr als gut. Die Verpflegung im Seylerhof ist erstens äußerst lecker und zweitens reichlich.
Den Rest des Abends verbrachten einige ausgesprochene Tourguides mit der Planung des Tourtages, die meisten jedoch verbrachten die Zeit mit einem und vielen Weiteren Bierchen beim Benzinschnack. Da wir nur einen Tourtag haben sollten und diesen voll auskosten wollten begaben sich die allermeisten jedoch recht zeitig ins Bett um für den nächsten Tag gerüstet zu sein.


Anfahrschwierigkeiten Thomas D verliert seinen Schalthebel. Volvo hilft ihn wieder zu befestigen.

Samstag - der Tourtag

Der Tourtag begann zunächst mit einem zünftigen Frühstück. Es sind zwar keine Franzosen, aber von französischsprachigen Menschen serviert schmecken die Brötchen einfach doch nochmal nen Tick besser. Nahezu alle Gespräche kreisten ums Wetter, denn dieses Versprach eigentlich reinen Starkregen, blitzte jedoch gelegentlich mit einiger Sonne hervor. Nach einigen letzten Tourplanungen um den schlimmsten Regen zu umfahren trafen wir uns fast komplett auf dem Hof um zu den Touren zu starten. Fast komplett, da die Jansons schon los waren um eine kleine Zweiertour zu fahren.

Wir starteten also um nach einigen kleinen typischen luxemburger Ortsdurchfahrten für längere Zeit an einer Bushaltestelle zu warten. Hier wurde beschlossen, dass Raucher nicht das Recht besitzen Nichtraucher gegen ihren Willen festzuhalten. Nach einer gefühlten Halben Stunde ging es endlich weiter. Einige sehr schöne Aussichten und Gegenden entschädigten für die völlig unnötig lange Pause. Die zweite Raucherpause wurde eigentlich zum trocknen eingelegt. Nach einigen Sonnenkilometern war absehbar, das dieser Luxus wohl bald vorbei sein würde, so machte unser Guide eine Pause und bescherte uns damit ein paar echte Sonnenminuten zum ausruhen und geniessen.
Nur einen Katzensprung entfernt lag Diekirch wo wir mit der zweiten Tourgruppe zusammentreffen wollten. Diese hatte nicht so viel Glück und bekam wohl kaum Sonne ab. Umso Glücklicher waren sie als es in Diekirch aufhörte zu regnen und die Truppe von 20 Bikern den Treppenaufgang von der örtlichen Kirche räumte. Wir sattelten auf und taten was Transalper normalerweise nicht tun. Wir besuchten McDonalds. Die Restaurants waren alle viel zu teuer und boten keinen echten Gegenwert für das Geld. Da half eben nur Mäckes. Allerdings war es dort doch recht voll, sodass wir gleich die Kinderecke besetzten. Das war doch einige Fotos wert.
Die weiterfahrt fand wieder in zwei Gruppen statt, jetzt machte uns nicht mehr so sehr der Regen dafür viel mehr der Wind zu schaffen. Der Orkan ließ das fahren auf den Bikes zum Hovercrafting verkommen. Insbesondere die Bergkämme und Ausfahrten aus Wäldern zeigten uns immer wieder wo man aufpassen muss. Seinen absoluten Höhepunkt fand die Tour jedoch bei einem Massensturz.
Wir fuhren eine kleine Straße zwischen zwei Feldern entlang und mussten an einer Stelle eine Landstraße überqueren. Hinter der Landstraße ging es genauso weiter wie zuvor. Der Guide beschleunigte also und wollte wohl wieder die Reisegeschwindigkeit von ca. 90km/h erreichen. Der Orkan hatte jedoch Lehmartigen Schlamm auf die Straße gespült oder geweht sich zwischen Reifen und Asphalt wie Schmierseife verhielt. An zwei Stellen war also für jeweils etwa acht Meter nicht mit Geradeauslauf, Grip oder Lenkwirkung zu rechnen. Der Guide Jens schaffte die erste Stelle noch und stürzte dann auf der zweiten. Michael hinter Jens bremste und wurde prompt von seinem Hinterrad überholt. Ich sah dies während ich noch auf der ersten Lehmpiste war, bremste und lag ebenfalls sofort. Bernd v. S. hinter mir stellte fest, das meine Sturzbügel am Boden waren was auf Parken hinweist und tat was man so tun. Bremsen. Auch er stürzte.
Als sich alles gelegt hatte richtete ich Mexi auf, half Bernd seine AT aufzuheben und sah, das Jens und Michael ebenfalls auf den Beinen sind. Es ist also keinem was passiert, dafür hatte jetzt jeder einen Sturz bei 60km/h. Bernd Reichlinger hat es irgendwie geschafft von der Straße auf das Feld auszuweichen. Er hinterließ zwar eine riesenfurche, aber wenigstens hatte er dadurch enorme Seitenführung.
Die zwei die hinter Bernd v. S. fuhren haben glück gehabt, sie konnten noch vor der ersten Lehmverwehung zum stehen kommen. Mit einer Geschichte für den Abend gerüstet fuhren wir so nach Hoffelt zurück in den Seylerhof. Dort angekommen begaben sich Michael, Bernd und ich erstmal voll bekleidet in die Dusche um uns dort gegenseitig abzuduschen und den gröbsten Schlamm noch vor betreten der Schlafräume von der Schutzkleidung zu waschen.

Das Abendessen hatten wir uns nun redlichst verdient und durften uns auf den Einsatz des Grills freuen. Normalerweise wird hierzu noch ein Lagerfeuer gemacht, aber der Regen und die nassen Bänke versagten dies. Trotzdem hatten die Steaks ein super Röstaroma. Das hat sich wirklich gelohnt. Auch die Beilagen waren reichlich und konnten jederzeit in der Küche nachbestellt werden. Jedenfalls wenn man ein bischen Französisch kann oder gestikulierfest ist.
Auch dieser Abend klang aus unter den lieblichen klängen der örtlichen Brauereierzeugnisse, bei Billard und Kickern unterm Dach und Benzingesprächen im Speisesaal tranken sich die meisten in den Schlaf und begaben sich dann in ihre Kojen. Ich hatte ursprünglich Zelten wollen, bin dann aber ob des Orkans auf "Schlafen im Heu" ausgewichen. Dort war es nicht minder schön, allerdings hatte ich mir auch die trockene Ecke ausgesucht. Auf der anderen Seite der Scheune und weiter zum Eingang hin war das Dach nicht wirklich dicht. Das hätte mich schon abgeschreckt.


Tourpause Pause muss auch sein, Guide Jens hat die letzten Sonnenstrahlen vor einem langen Regenguss abgepasst. Respekt.

Sonntag - die Rückfahrt

Beim Frühstück am Abreisetag war das Wetter nur noch Thema wenn grade gelobt wurde. Es war schön frisch, die Luft war saubergewaschen und so konnte es losgehen. Gleich nach dem Frühstück packten alle ihre Topcases und Packtaschen und machten sich auf den Weg. Da die Abreise einen zweiten Tourtag ersetzen sollte fuhren wir zunächst nach Süd-Osten das Müllertal hinab um nach ausgiebigem Tanken dann erst bei Sauerstaden die Grenze nach Deutschland zu überqueren.
Von hier aus fuhren wir in Richtung Blankenheim und kehrten zwischendurch noch in einem Restaurant ein bevor wir uns in Blankenheim trennten und in Kleingruppen nach Hause fuhren. Die Ruhrstammtischgruppe verlies ich allerdings bei Bad Münstereifel, da sich mir der Verdacht aufdrängte Bernd wolle über die Autobahn nach Hause pesen. Nö, nö, stattdessen hab ich lieber Bad Münstereifel gesehen, bei Bad Honnef den Rhein mit einer Fähre überquert und nach weiteren schönen Aussichten im Bergischen Land meine Tour in Dortmund beendet.


Müllertal Eine schöne Flussbiegung im Müllertal lädt ein ein wenig Pause zu machen und einfach Zeit zu verbringen.

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